Nachricht vom 07.12.11
Symbian noch an zweiter Stelle
Zwei aktuelle Marktstudien von Nielsen und GfK
Die großen Marktforschungsunternehmen Nielsen und GfK veröffentlichen Studien zur Smartphonenutzung in Deutschland.
Die Studie von Nielsen zeigt, dass Symbian mit 29% Marktanteil knapp hinter Android an zweiter Stelle unter den in Deutschland genutzten Smartphonebetriebssystemen liegt. An dritter Stelle folgt iOS von Apple mit 23%. Windows Phone 7 hat bis jetzt erst 2% Marktanteil. Dieser wird allerdings mit Nokias Umstieg von Symbian auf die Microsoft-Plattform noch deutlich zunehmen.

Dieser Studie zufolge sind im Vergleich zur Allgemeinheit der mobilen User die Smartphone-Nutzer in Deutschland jünger (53% unter 35 Jahre), besitzen einen Handyvertrag (Postpaid) (72%), haben ein höheres Haushaltseinkommen (32% über 50.000 Euro) und sind eher männlicher Natur (61%).
Die zweite heute veröffentlichte Smartphonestudie - von GfK - untersucht, welche Wirkung Aspekte wie Markentreue und Nutzungserlebnis, auf die Kaufentscheidung bei einem neuen Smartphone haben.
In Deutschland wird demnach eine Veränderung der Plattform, also ein Wechsel zwischen iPhone, Android, Symbian, BlackBerry und Windows Phone, von ähnlich vielen Befragten (10%) als sehr schwierig empfunden, wie der Wechsel der Hausbank (11%) oder des Versicherungsanbieters (12%). Ein knappes Drittel der deutschen Smartphone-Nutzer begründet dies mit der Tatsache, dass sie dann ihre Daten wie Filme, Musik, Bücher und die genutzten Apps auf das neue Betriebssystem übertragen müssen.
Dem widerspricht allerdings die Aussage in der gleichen Studie, dass deutsche Smartphone-Nutzer gegenüber dem Durchschnitt aller Länder seltener Videos schauen, weniger häufig Bücher oder Zeitschriften auf ihrem Telefon lesen und auch bei Spielen zurückhaltender sind. Überdurchschnittlich stark wird das Smartphone, zumindest nach Angabe in den Befragungen, hierzulande hingegen zur Organisation des Alltags mittels Kalender und ähnlicher Applikationen genutzt.
Ein Blick in die Top-Downloadlisten bei SmartSam zeigt, dass es sich bei der angeblich organisatorischen Nutzung häufig nur um einen Vorwand handelt, so dass die zuerst genannte Aussage in der GfK-Studie eher der Wahrheit zu entsprechen scheint. Zahlreiche Listenplätze sind derzeit von Video- und Foto-Apps sowie auch von Spielen belegt.
Je intensiver Menschen ihr Smartphone nutzen und durch Installation von Apps auf die eigenen Bedürfnisse hin zuschneiden, umso höher ist die Loyalität zu einer Plattform. Ab einer Zahl von sieben oder mehr genutzten Apps erreicht die Loyalität international einen Wert von rund 70 Prozent. In Deutschland ist dies immerhin bei 45 Prozent der Smartphone-Nutzer der Fall - und die Deutschen belegen damit im internationalen Vergleich eher einen der hinteren Ränge.
In Deutschland geben 83 Prozent der Verbraucher an, dass ihnen das Finden und Öffnen von Apps sowie die Navigation auf ihrem Smartphone leicht fällt. Der internationale Durchschnitt liegt bei 72 Prozent. Die Einfachheit hat eine entscheidende Bedeutung für einen möglichen Wechsel des Smartphone-Typs beim nächsten Kauf. Je einfacher den Verbrauchern die Nutzung fällt, umso unwahrscheinlicher wird ein Wechsel des Betriebssystems.
Für die Hersteller der Smartphones und die Anbieter der Betriebssysteme bedeuten die Ergebnisse der Studie, dass es entscheidend ist, vor allem Einsteiger in den Smartphonemarkt zu gewinnen, da die Wechselbereitschaft danach durch intensive App-Nutzung, gewohnte Bedienung, integrierte Features und endgeräteübergreifenden Datenzugriff limitiert wird.







